Zuchtgründe

Auf dieser Seite möchte ich sehr persönlich und vorallem ehrlich schreiben, was unsere Zuchtbeweggründe sind und sie für Aussenstehende nachvollziehbar machen.

Ich habe mich für den Saarlooswolfhond entschieden weil ich einen souveränen, eigenständigen Partner an meiner Seite haben wollte! Einen Hund der weder aggressiv ist, noch einen Kadavergehorsam an den Tag legt und "funktioniert", ich wollte ganz bewusst einen Partner der mit mir interagiert! Sprich, einen Hund auf den ich mich in den meisten Situationen instinktsicher verlassen kann.

 

Das ich einen Saarlooswolfhond wie er laut Standard existieren sollte nicht mehr finden würde, war mir am Anfang dieser Odyssee noch nicht klar... 

 

Aufgrund der starken Inzucht, die tief mit der Rasse verwurzelt ist scheinen Probleme unausweichlich. Es bedarf gezielter Maßnahmen um gegen diese Inzucht an zu gehen und die Rasse aus Inzuchtdepressionen zu retten. Diese Maßnahmen tragen allerdings nur Früchte, wenn man mit Sinn und Verstand vor geht! Dies ist in der Zuchtgeschichte des Saarlooswolfhond leider nur mäßig passiert und immer noch meinen einige Züchter es würde zum Rassenerhalt beitragen wie sie vorgehen, leider jedoch zum Leidwesen des ursprünglichen Saarlooswolfhond!

 

Was war mit dem Saarloos passiert?

Der ursprüngliche Saarlooswolfhond wurde ausschließlich innerhalb der NVSWH rasserein gezüchtet, die Population beschränkt sich auf ca. 250 Tiere! Die Hunde innerhalb dieser Vereinigung sind komplett abgeschottet von der restlichen Population, da sich die NVSWH seit jeh her wehement dagegen sträubt mit anderen Ländern zu kooperieren und die genetische Vielfalt zu erweitern. Es ist nicht absehbar das dies sich jemals ändern wird!

Aufgrund dieses sehr beschränkten Genpools, auf den man innerhalb der Vereinigung zurück greifen muss, ist die Inzucht nicht ein zu dämmen, die Tiere sind alle in einem bestimmten Grad miteinander verwandt. Die Inzuchtdepression steigt somit weiter an!

 

Einige innerhalb der NVSW erkannten dieses schwerwiegende Problem und so wurde die AVLS, als Abspaltung gegründet! Die AVLS befasst sich damit den stark dezimierten Genpool zu erweitern und sieht darin einen wichtigen Aspekt für die Zukunft. Dabei geht es besonders um die Erhaltung der Gesundheit und Vitalität, die überwacht und wieder verbessert werden soll. Dies ist ein zwar guter Ansatzpunkt, leider schadet es dem Aussehen, aber vor allem dem Wesen des ursprünglichen Saarlooswolfhondes, denn um die Gesundheit der Tiere auf zu werten und den Genpool wieder zu erweitern bedient man sich fremden Blutes!

Was ist daran falsch?

Nun, in erster Linie ist es ein guter Ansatzpunkt eine stark in-gezüchtete Rasse wieder auf zu werten und Inzuchtdepressionen entgegen zu wirken, doch dies kann nicht einfach erfolgen durch Einkreuzen einer fremden Rasse!

 

Das Einkreuzen anderer Rassen (beim Saarlooswolfhond bevorzugt der Tschechoslowakische Wolfshund) zerstört die herausgezüchteten und gewünschten Eigenschaften die einen Saarlooswolfhond überhaupt aus machen! Der Tschechoslowakische Wolfshund ist ein Gebrauchshund, er wurde für eine Aufgabe gezüchtet und hat damit einen völlig anderen Zuchtverlauf als der Saarlooswolfhond, der zu keiner speziellen Aufgabe gezüchtet wurde! Der Ursprung der Rassen mag sich ähneln, ist aber von Aufbau und Durchführung grundverschieden! Der Saarloos ist in seinem Wesen der sanftmütigere der Beiden, der Tschechoslovake eher der temperamentvolle, agiele und triebige! Die Einkreuzung in den Saarloos hatte nachhaltig verheerende Folgen!

 

Es hätte nichts dagegen gesprochen die Population geringfügig durch Fremdblut auf zu werten und nachhaltig die Tiere weiter mit Sinn und Verstand zu selektieren, dies ist jedoch, zum Leidwesen der Rasse, nicht passiert und auch heute wird weiterhin nicht dem Ursprung entsprechend selektiert!

 

In nahezu jedem Land gibt es "Lobbyzüchter" welche sich durch Quantität einen Namen machen, jedoch nicht auf den ursprünglichen Typ und was einen echten Saarlooswolfhond aus macht achten und danach selektieren! Durch permanente Rückkreuzungen auf das fremd eingeführte Blut verstärken sich die Eigenschaften der Fremdrassen mehr und mehr, dies hat zur Folge das die beiden Wolfhundrassen für den Laien bereits nicht mehr zu unterscheiden sind!

Das ausgewogene, harmonische Äußere eines Saarlooswolfhondes wird mehr und mehr in Mitleidenschaft gezogen, die Proportionen der Tiere stimmen zunehmendst nicht mehr! Das Gangwerk wird zunehmend "hündischer", wo es doch eigentlich einem Wolf nach wie vor gleichen sollte!

 

Es sind nur geringe Veränderungen (Augenstellung und -farbe, Länge der Schnauze, Gangbild, Maske, Ohrenansatz; -größe und -stellung), aber in ihrer Gesamtheit verändern sie Wesen und Optik der Rasse entscheidend und verwaschen sie mehr und mehr!

 

Wo bekomme ich einen reinrassigen Saarlooswolfhond?

Einen rassereinen Saarlooswolfhond wird man zur heutigen Zeit nur noch innerhalb der NVSWH vorfinden, allerdings ein vermuteter Maßen sehr ingezüchtetes Tier, welches unter diesen Inzuchtdepressionen leiden könnte (z.B. Epilepsie).

Um ein Tier aus dieser Vereinigung zu erhalten muss man Mitglied werden, man muss sich den Statuten unterwerfen, welche z.B. eine Zucht außerhalb des NVSWH untersagen und unter hohe Strafe stellen! Mitunter muss man Jahrelange Wartezeiten in Kauf nehmen um einen Welpen zu bekommen, da nicht sehr viele Würfe innerhalb der Vereinigung fallen.

 

Außerhalb dieses Vereins werden Sie KEINE völlig rassereinen Tiere mehr vorfinden!

Wo kommen die Einkreuzungen her, wie erkenne ich sie?

Als Außenstehender hat man keinerlei Einsicht darüber wo Fremdeinkreuzungen innerhalb der Rasse stattgefunden haben! Man muss sich lange mit der Rasse beschäftigen, mit erfahrenen Leuten reden um die vielen unausgesprochenen Dinge in Erfahrung bringen zu können! Ich möchte offen darüber sprechen, denn es ist mir persönlich sehr wichtig darüber zu sprechen!

Es ist mir ein Dorn im Auge zu wissen das viele Besitzer eines "rassereinen" Saarlooswolfhond nicht in Kenntnis gesetzt wurden, wie "rasserein" ihr Tier wirklich ist! Ein Fakt, den ich sehr vielen Züchtern vorwerfe, da sie wissentlich, vorsätzlich gehandelt haben! Dies ist ein Betrug an Leuten die einem Züchter vertrauen, Leute die ein Familienmitglied aufnehmen! Es ist die Pflicht eines Züchters seinen Vertrauenspersonen reinen Wein ein zu schenken!

 

Wenn der Welpeninteressent sich nach allen Fakten immer noch für sein neues Familienmitglied entscheidet, mit allen negativen Aspekten die dazu gehören, dann erst ist es eine richtige und wohlüberlegte Entscheidung! Erst DANN kann sich der Züchter sein eigenes Gewissen entlasten und weiß das er richtig gehandelt hat!

 

Ich möchte offen über die mir bekannten Einkreuzungen sprechen:

 

Quick - der wohl häufigste Vertreter in den deutschen Stammbäumen, 

auf den vielzählige Rückkreuzungen betrieben werden, war eigentlich ein reinrassiger Saarloos, namentlich wurde er in den Stammbäumen genannt, obwohl an seiner Stelle zwei Tschechoslowakische Wolfshundrüden eingesetzt wurden (Cek z Polonin und Car z Polonin).

 

Augenmerkt ist vor allem auf "seine" Nachkommen "From the Shadow of the Mountain" zu legen, da sie in der Population weit verbreitet sind (einige sogar mit Foto, auf denen die Einkreuzung für das geschulte Auge ersichtlich ist):

 

 

Bei einem 2. Deckeinsatz kam anstelle des echten Quick der Tschechoslowakische Wolfhundrüde Burbon Kanýco zum Einsatz. Die daraus resultierenden Welpen (E-Wurf "Hunter of the Nord") und deren Nachkommen sind demnach ebenfalls keine reinrassigen Saarloos. Mit ihnen wurde nicht innerhalb des VDH weiter gezüchtet, nachdem bekannt wurde das der Vater ein Tschechoslowakischer Wolfhund ist.

 

 

Die Zucht mit diesen Hunden wurde in der Dissidenz ("Lucas du Bois") fortgeführt und einige der Welpen (Canis Merlin v.d. Schattenwaldwölfen) fanden wiederrum Anerkennung bei VDH und FCI, wodurch also weiterhin Fremdblut in der Weiterzucht geführt wurde.

Canis Merlin deckte den D-Wurf der Zuchtstätte "Terra Loupa", einige der Welpen sind Epilepsie betroffen, eine Weiterzucht mit ihnen hat zum Glück nicht stattgefunden. Einen weiteren Wurf deckte Canis Merlin im Zwinger "von den Schattenwaldwölfen", dieser Wurf erhielt später einen Zuchtausschluss, da beide Elterntiere PRA an die Nachkommen vererbten.


Senna - hier gibt es ebenfalls die Aussage der Besitzer, das Senna nicht zum Deckeinsatz kam. Auch hier wurde ein Tschechoslowakischer Wolfshund eingekreuzt, dessen Name ebenfalls bekannt ist Chrop z Kladenské záře CS! Zudem vererbte Chrop eine latente Aggression an alle seine Nachkommen!

Die Vaterschaft lässt sich, bei näherer Betrachtung der Nachkommen, mehr als stark vermuten: 

Söhne: ZAZI ZEN DAOINA SIDHE und ZIGGY KAI DAOINA SIDHE
Enkel: TRISTAN YOLT ZAZI DE DAIM PRE und BE GOOD JOHNNY OF THE FUNNY HILL

Skrim - er ist das was man einen "Amerikanischen Wolfhund" nennt. Mehr Wolf als Hund hat er die Population im Ursprung sehr zurück geworfen. Besonders seine Söhne Skarv und Skog haben die Weiterzucht stark geprägt! Im Alter von 7 Jahren musste Skog wegen Aggressionen gegenüber Menschen und Hunden, welche er sogar getötet hat, eingeschläfert werden! Diese Aggression vererbt sich u.U. auch an seine Nachkommen!

 

Allein wenn man auf diese 3 Beispiele achtet stellt man fest, das sich dieses fremde Blut in nahezu jedem Stammbaum befindet!

Weitere Probleme?

Es wäre schön das Kapitel damit schließen zu können, doch leider gibt es noch mehr zur Thematik zu sagen!

 

Wie schon erwähnt wären die Fremdeinkreuzungen nicht das Problem gewesen hätte man mit Sinn und Verstand weiter selektiert und nicht fortwährend Rückkreuzungen betrieben, um völlig Saarloosuntypische Eigenschaften in der Population zu fördern!

Durch die ständigen Rückkreuzungen und den viel zu häufigen Einsatz der Fremdrüden wurde die Population erneut geschmälert und sieht sich den gleichen Problemen gegenüber, wie vor den Einkreuzungen, nur zusätzlich mit erheblichen Wesens- und Optikeinschnitten! Man steht also quasi wieder am Anfang der Problematik, was die logische Schlussfolgerung mit sich zieht, das sich wieder nach frischem Blut umgesehen wird!

Derzeit laufen Pläne der AVLS zu erneuten Fremdeinkreuzungen in Absprache mit dem Raad van Beheer, auf der Liste der Potentiell möglichen Rassen für eine Einkreuzung stehen unter anderem der:

Alle diese Hunderassen wurden zu einem völlig anderen Zweck gezüchtet als der Saarlooswolfhond und werden das ursprüngliche, gewünschte und von Liebhabern der Rasse bevorzugte Wesen unwiederbringlich zerstören!

 

Ich stelle die Frage: Als was sollen diese Kreuzungswelpen verkauft werden?


Als "rassereine" Saarlooswolfhonde? Diese sogenannten "Outcross"-Projekte sind nichts was über eine einmalige Einkreuzung funktionieren kann! Es wäre eher erforderlich separate Linien auf zu bauen, diese dem Standard an zu nähern und ERST DANN in die eigentliche Rasse einfließen zu lassen! Das kann aber viele Generationen dauern!

Warum also Zucht?

Warum also der Entschluss zur Zucht, wo die Rasse doch so jung wie sie eigentlich ist, quasi vor dem Untergang steht? Wie kann ich mich für eine Rasse engagieren die ich im Ursprung so nicht kennen lernen konnte, weil sie schon gar nicht mehr in dem Maße existiert?

 

Die Antwort findet sich in meinem Irrglauben reinrassige Saarlooswolfhonde erworben zu haben auf meiner Odyssee aus Lügen und Intrigen dieser völlig verqueren Wolfhundszene! Meine Hunde sind mir lieb und teuer geworden und für kein Geld der Welt würde ich sie wieder hergeben, auch wenn sie nicht im eigentlichen mehr dem entsprechen was ein Saarloos wirklich sein sollte! Dennoch bin ich der Meinung man muss das gegebene Potential nutzen und auf einen Nenner zurück finden.

Die Population ist zu gering, als gesundes Potential ungenutzt verstreichen zu lassen. Ich bin überzeugt das man mit der nötigen Gewissenhaftigkeit, Liebe zum Detail und Zukunftsvoraussicht wieder zu einem ursprünglichen Saarloos zurückfinden kann!

Den Anfang haben einige sehr wenige Züchter gemacht und ich möchte ihnen guten Gewissens folgen und das mir möglichste Versuchen in ihre Fußstapfen zu treten und den Saarloos im Ursprung zu erhalten!

 

Das heißt für mich:

- möglichst gute Verpaarungen zu finden, die im Bestfall auf Fremdblut verzichten konnten, oder wo das eingekreuzte Fremdblut möglichst weit im Stammbaum zurück liegt.

- das meine Rüdenwahl sich darauf konzentriert die Fehler meiner eigenen Hunde aus zu gleichen, denn KEIN Hund ist perfekt und wird es jeh sein, man kann lediglich die gegebenen Möglichkeiten ausschöpfen und Abweichungen minimieren!

- den Saarloos in seinem Ursprung nicht aus den Augen zu verlieren und die Leute fortwährend über Missstände auf zu klären!

 

Bei alledem möchte ich dennoch darauf hinweisen, das auch ich nur Mensch bin, mit Emotionen für meine eigenen Tiere und mit einem unerschütterlichen Idealismus, der vielleicht nicht immer zu 100% realisierbar sein wird! Es wird Momente geben in denen ich verzweifeln werde, weil etwas nicht so gelaufen ist, wie ich es mir gewünscht habe, Rückschläge gibt es immer, aber ich möchte die Kraft aufbringen auch zu meinen Fehlern zu stehen! Vor allem aber möchte ich meinen Welpeninteressenten und -Käufern zur Seite stehen bei all ihren Fragen und Problemen die sich immer wieder in dieser Wolfhundszene auftun! Ich möchte ihnen auf gleicher Augenhöhe entgegentreten, denn uns alle verbindet eine gemeinsame Leidenschaft, nämlich der Saarlooswolfhond, der es würdig ist im Ursprung erhalten zu werden!

Neuigkeiten

01.12.2017: 
Unser C-Wurf ist geboren!

22.11.2017: Blyth Noira Netis Tala wurde mit HD A2 ausgewertet! Wir freuen uns!

11.11.2017: Teilnahme an der World Dog Show Leipzig (Germany)